Mein Leben in der Depression und alles andere.

07.03.16

Hi.Erwartet nicht, dass ich euch meine Lebensgeschichte in allen Details erzähle, also wo ich wohne, wie ich heiße usw.Einzele Details werdet ihr beim Lesen erfahren, da es ein Blog über mich ist.Mein Leben, meine Gefühle und meine Krankheit, die zurzeit einen großen Teil meines Lebens ein nimmt. Ich bin depressiv.Aber grade geht es mir ganz gut.Draußen regnet es und ich sitze in meinem Wohnzimmer, rauche und höre Musik und erhole mich von meinen gestrigen psychischen Zusammenbruch, der mich fast wieder in eine schwarze Welle getrieben hätte.So beschreiben mein Therapeut und ich meine Depression, in schwarzen Wellen.Ich bin nicht immer depressiv, es gibt auch Tage an denen es mir richtig gut geht, aber wenn so eine Welle kommt, bin ich zu nichts fähig. Es ist nicht so, dass ich traurig bin, oder andere negative Gefühle habe.Wenn so eine Welle kommt, fühle ich nichts. Gar nicht Es ist als ob alles gute, alles positive, jeder Hoffnungsschimmer, jedes Glücksgefühl oder jede erfreuliche Erinnerung, die man sich ins Gedächtnis ruft, wenn man vielleicht traurig ist, nichts mehr bedeutet.Bei meiner stärksten schwarzen Welle, ging es soweit, dass ich mir die Pulsadern aufgeschnitten habe, ohne etwas dabei zu fühlen. Ich wollte wirklich sterben und auch jetzt, habe ich diese Gedanken immer noch.Jedoch habe ich mich nie selbstverletzt, (ich hasse dieses Wort - ritzen), ich experimentiere gerne seit 1 1/2 Jahren mit Drogen, aber alles im Rahmen.Wenn eine Welle kommt, bin ich nicht fähig, jemanden Bescheid zu sagen, da immer wieder die gleichen Gedanken aufkommen, dass ich den Menschen eine Belastung bin.,,Oh Mann jetzt muss ich mich wieder mit einer heulenden 18 Jährigen depressiven rumschlagen."Das klingt gemein, ich weiß und ich weiß auch jetzt, wo es mir grade ganz gut geht, keiner meiner Freunde so reagieren würde, aber wenn man da erstmal drin ist kommt man aus diesen Gedanken nicht mehr raus. Obwohl es für meine Freunde auch nicht einfach ist, wie ich langsam begreifen, wenn man in einer Depression gefangen ist, dann distanziert man sich automatisch von ihnen, ohne, dass ich es eigentlich möchte.Aber ich kann halt nicht einfach mit ihnen feiern gehen und tuen, als ob alles perfekt wäre, dafür geht es mir zurzeit zu schlecht.Auch kann man nicht wirklich darüber reden, jedenfalls nicht mit allen seiner Freunde. Meine beste Freundin, Polin und ich vergöttere dieses Mädchen, und mein Mentor, der wie ein Vater für mich ist, sind die einzig beiden Menschen, mit denen ich über meine Depression reden kann.(Er war es auch, der mich gestern gerettet hat, zu sich geholt hat und sich den ganzen Abend rührend um mich gekümmert hat, während ich stundenlang geschrieen und geheult habe.)Ich habe auch versucht mit einen anderen sehr guten Freund darüber zu reden, aber es ist schwer. Ich liebe diesen Menschen, aber er gehört zu der Kategorie, ,,Aber jedem Menschen geht es doch mal schlecht, das kennt ja jeder, das ist doch normal."So etwas macht mich einerseits wütend, anderseits denke ich mir, die Menschen wissen es halt nicht besser und meinen es auch nicht so, es ist nur ihre Ansicht der Dinge, allerdings ist es wie oben beschrieben nicht so, dass wenn man depressiv ist, man traurig ist und ich finde es auch nicht schlimm, dass ich nicht mit jeden darüber reden kann, da ich es sehr schwer fand es mir überhaupt einzugestehen, dass ich krank bin und das es auch okay ist krank zu sein, deswegen bin ich in Therapie.Allerdings fragt man sich auch als Außenstehende Person, um auf das Tema zurück zu kommen, WAS KANN ICH MACHEN, WENN MEINE FREUNDIN/ FREUND DEPRESSIV IST?Ich sag euch gleich, es ist nicht einfach. Ich habe es von beiden Seiten erlebt, meine frühere beste Freundin war Borderlinerin und depressiv und als Außenstehender ist es nicht einfach, wenn man so etwas nicht durch hat, es zu verstehen, was man machen kann, ist:1. Seit für diese Person da, versucht sie abzulenken, auch wenn sie es nicht möchte, man muss sie wirklich zwingen und bloß nicht locker lassen.2. Distanziert euch bitte nicht von ihr, ihr müsst nicht 24/7 bei ihr sein, aber Freundschaften sollten gepflegt werden.3. Behandelt sie nicht als ob sie krank wäre. (So geht es mir so.) Ich möchte nicht, wie aus Porzellan angefasst werden, oder dauernd daran erinnert werden, dass ich depressiv bin, meine Freunde wissen, dass ich zurzeit etwas schwächer bin und das ist okay.4. Erzählt auch was von euch, aus eurem Leben. Mich interessiert es zum Beispiel auch, was meine Freunde ohne mich machen, wie gestern wo meine Mädels feiern waren und ich meinen Zusammenbruch hatte, trotzdem möchte ich auch wissen, was sie machen und wie es für sie war, den sie sind genauso viel Wert und haben genauso Probleme wie ich, nur das meine etwas extremer, in meinem Spektrum sind.5. Lachen, Ablenkung, Ermutigung, Bestätigung.Und Verurteilt sie nicht, dafür, was sie sich eventuell in einer der Wellen antuen. So das wäre es erstmal, meine Polin kommt wahrscheinlich gleich.Und ich sitze mit einer Tasse Tee und Zigaretten auf der Couch, höre traurige Musik, aber mir geht es doch grade ganz okay.

6.3.16 15:08

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


/ Website (13.3.16 22:26)
Danke dein Artikel hat mir etwas geholfen...das ich nicht der einzige bin der so denkt. Meinen Eltern ist es egal was mit mir los ist.Werde 17. Und ich glaube weiter werde ich nicht Leben..aber wie du geschrieben hast möchte ich nicht andere nerven oder sie belästigen..Sie sprechen mich oft an warum ich so drauf bin. Die Narben an meinen Arm breue ich weil ich ständig in der Schule darauf angesprochen werde. Ich bin zur zeit nur ein Häufchen Elend. Ich weiß nicht warum ich dir schreibe...vielleicht weil ich es nicht mag allein zu sein...vielleicht weil ach egal...


(14.3.16 20:43)
Wenn man in einer Welle gefangen ist, so wie ich es nenne, dann ist es genau so, wie du es beschrieben hast, allerdings sollte man sich ausserhalb dieser Welle fragen, warum lebt man und wofür, vielleicht hilft es dir, diese Sachen aufzuschreiben und sie dir dann durchzulesen, wenn es dir richtig dreckig geht, halte an deinen Freunden fest und versetzte dich auch mal in ihre Lage, mich hat meine Depression auch sehr egoistisch gemacht, ohne es selber zu bemerken, da meine Freunde gar nicht so dachten, wie ich es mir eingeredet habe. Manchmal hilft es einfach nur zu reden.
Viel Kraft wünsche ich dir, les dir vielleicht meinen neuen Eintrag durch der handelt darüber.
Love

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